Archiv für Oktober 2006

Pech gehabt

Schlecht ist es, wenn Kinder zu Halloween an der Tür klingeln und man ihnen dann nach eingehender Betrachtung des Wohnungsinhalts nur Bier und Billignudeln anbieten kann. Allerdings haben sie auch nicht „trick or treat“ gesagt, sondern lediglich „Heute ist Halloween“. Aber durchaus schön verkleidet!

Kopf hoch, Arsch auch und weiter

Die neue Düsenjäger-Platte ist da und ganz großartig. „Schimmern“ heißt sie. Es ist, als sei sie exakt für diesen Abend gemacht worden, denn ein Freund oder zumindest ein Kumpel, keine Ahnung – scheiß durchs Netz aufgeweichte Begrifflichkeiten – von drei Freunden von mir hat sich erhängt, und ich sitze hier und habe überhaupt keine Ahnung, wie ich den dreien jetzt behilflich sein kann, so übers Internet, also hör ich einfach die ganze Zeit Düsenjäger und fühl mich scheiße. Aber eigentlich kann man da auch gar nicht so viel tun, denke ich mir, „Kopf hoch, Arsch auch und weiter“ halt, wie es in „Las Palmas O.K.“ heißt, und natürlich Bier auf und so. Ich hab mir auch mal einen Whiskey eingeschenkt und versucht, einen Text zu schreiben, aber besonders kreativ bin ich nicht in letzter Zeit. Na ja, ist schon komisch, da mach ich mir endlich nen Termin beim Psychiater, und jemand anders zieht Leine.

Dabei gibt’s doch soviel Schönes.

Fünf Dinge

Danke, Rocco.

Fünf Dinge, die ich nicht habe, aber gerne hätte:

- einen hübschen „Fickfrosch“ (M. Goldt) an meiner Seite
- eine Platte mit Liedern von meiner Band
- ein Buch von mir im Bücherregal im Kaminzimmer meines gemütlichen Einfamilienhauses
- Sorglosigkeit, u.a., weil sich das Buch so gut verkauft
- Platten- statt MP3-Sammlung

Fünf Dinge, die ich habe, aber lieber nicht hätte:

- Angst
- Studienplatz
- Neurodermitis
- uralte Fenster
- Gehörgangsentzündung

Fünf Dinge, die ich nicht habe und auch nicht haben möchte:

- Parasiten
- Prominenz
- Perlen
- periprokti(ti)scher Abszess
- Fettleber

Fünf Dinge, die ich habe, und aus keinem Grund der Welt missen möchte:

- Freunde
- Internet
- funktionstüchtige Ohren
- Stereoanlage
- Bier

Fünf Menschen, denen ich das Stöckchen weiterreiche:

- Jimbo
- Hyper! Hyper!
- synekdoche
- crull
- sonstwer

Willst du die Welt den Wichsern überlassen?! – Termine

Zur Zeit ist alles schrecklich, und „die ganze Scheiße“ ist mal wieder Schuld. Wie gut, daß es da einige wunderbare Termine gibt, die das Leben wieder lebenswerter machen:

21.10., wie schon angesprochen: Düsenjäger und Pascow im Rattenloch, Schwerte
Düsenjäger mit neuer Platte und den Bukowski-Pop-Helden Pascow im Gepäck! Kann es für Punkrockfreunde schönere Aussichten geben?

27.10.: Chefdenker & Rotten Apples im Café Nova, Essen
Die mächtigen Chefdenker aus Köln habe ich zwar schon 4-5 mal, aber das letzte Mal vor 1 1/2 Jahren live gesehen, und nie war Graf Disco nackt. Ich hoffe inständig, daß sich das am 27. ändert und freue mich wie ein Schneekönig darauf.

2.11.: Harry Rowohlt im Bahnhof Langendreer, Bochum
Wenn Harry Rowohlt vorträgt und -trinkt, kann das schon mal vier Stunden lang dauern, und man will überhaupt nicht, daß er aufhört. Gut, daß es im Bahnhof Langendreer auch eine Bar gibt, denn, so Rowohlt, „wenn mich jemand bucht, muß er damit rechnen, daß ich möglicherweise verkatert, aber stocknüchtern zur Lesung erscheine, denn erscheint man bereits besoffen zur Lesung, ist das Beschiß am Publikum. Das Publikum muß miterleben können, wie man sich zugrunde richtet. Und sich nach Möglichkeit auch selbst zugrunde richten. Deshalb lese ich besonders gerne in Sälen, Hallen oder Buchhandlungen, wo Gastronomie vorhanden ist, damit man sich nicht allein zum Affen macht, sondern damit das Publikum auch Gelegenheit bekommt, sich zu blamieren.“

3.11.: Genderterror-Party im AZ Mülheim

8., 9. & 13. 11.: The World/Inferno Friendship Society
Endlich wieder in Deutschland, und ich werde versuchen, sie mir in Bremen, Hannover und Mülheim anzuschauen, denn das ist die beste Live-Band der Welt.

10.11.: Der Raketenhund & Düsenjäger im KAW, Leverkusen-Opladen
Der Raketenhund hat ebenfalls eine neue Platte, und live gesehen habe ich ihn noch nie seit Jahren nicht mehr. Wird mal wieder Zeit! Dazu noch Düsenjäger zum mittlerweile dritten Mal, von denen kann man ja eh nie genug kriegen.

Theodor Kramer: Nicht fürs Süße, nur fürs Scharfe

Nicht fürs Süße, nur fürs Scharfe
und fürs Bittre bin ich da;
schlag, ihr Leute, nicht die Harfe,
spiel die Ziehharmonika.

Leer, verfilzt ist meine Tasche
und durchlöchert ist mein Hut.
Daß ich leb, das Herz aus Asche,
macht: aus Branntwein ist mein Blut.

Ließ das Salz der Tränen Spuren,
wären meine Gucker blind;
meine Liebsten sind die Huren,
mir Gesellen Staub und Wind.

Das Falsett, das möcht umarmen,
doch das Ganze trägt der Baß;
hab Erbarmen, brauch Erbarmen,
doch zuinnerst haust der Haß.

Weiß zuviel und möcht doch träumen
wie der Echs im Sonnenschein;
leeres Brausen in den Bäumen,
braus für mich, nick träg ich ein!

Darf nicht ruhn, muß Straßen weiter;
denn bald bin ich nicht mehr da,
und es spielt die Stadt kein zweiter
so die Ziehharmonika.

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Man kann von diesem Mann nicht genug lesen.