Archiv für November 2006

Sitzen und Warten

Zwei Tätigkeiten, die von einer Decke um die Schultern und einem heißen Tee, „Rooibos-Schokokuss“, ganz signifikant verschönert werden, sind Sitzen und Warten. Ich warte auf allerlei: zum einen darauf, daß die Schallplatte, die ich gerade höre, zum dritten Mal heute, die neue vom tollen Raketenhund nämlich, daß diese Schallplatte also bereit ist, umgedreht zu werden, wozu ich dann allerdings die Decke von den Schultern streifen müßte, was ein Jammer ist. Zum anderen warte ich auf die Straßenbahn. Die fährt in 50 Minuten los und bringt mich zum Bahnhof, damit ich ein Konzert besuchen kann (Trend). Aber ich warte auch noch auf ganz andere Sachen! Zum Beispiel habe ich gerade noch darauf gewartet, daß mir nicht mehr so unwohl ist, und jetzt warte ich darauf, daß mir wieder unwohl wird, denn es ist dunkel draußen, und das vertrage ich nicht. Weiterhin warte ich auf den Tee, der noch nicht ganz fertig durchgezogen ist, ich warte auf den morgigen Termin beim Arzt und darauf, das neue Rezept bei der Apotheke einlösen zu können. Ich warte auch auf den Kommunismus und auf den Tod und außerdem auf eine tolle Idee, die Zeit bis dahin sinnvoll zu überbrücken. Sinnvoll, das heißt, mit Spaß und Freude und mit alles (mit scharf). Jetzt wird mir, glaube ich, wieder unwohl, also bitte weitersurfen, liebe Leserinnen und Leser, auf den heißen, geilen Schwingen des Datenhighways!

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und wenn ich dann aus diesen kneipen komme,
sehe ich lichter auf diesen wegen,
und vielleicht willst du ja weitergehen,
aber pass auf, es kostet leben

(Der Raketenhund, „Pisspott“)

Nein.

Nein, Herr Droste – das war nichts. Aber sowas von!