Archiv für Februar 2007

Lieder gegen die innere Sicherheit

Und die Leute steh‘n zusammen,
schließlich ham sie nichts gelernt,
letztendlich ist es mir doch scheißegal.
Und auch wir steh‘n zusammen,
schließlich ham wir nichts gelernt,
ich weiß nur, daß ich dich noch tierisch mag.

(Unabomber, „Lord Zene“)

Ich weiß, ich werde vermißt vom zahlreichen Publikum. Als Entschädigung hier die wunderbare Split-10″ von Strahler 80 und Unabomber, „Lieder gegen die innere Sicherheit“, plus den Unabomber-Samplerbeitrag zum Sampler „Die Zähne zeigt, wer’s Maul aufmacht“, „Sonne, Mond, Emoscheiße“. Alles tolle Emoscheiße, und Unabomber sollte jeder Turbostaat-Fan kennen, ist nämlich Nachfolgeband von Exil, mit u.a. Marten/Lattekohlertor am Gesang.

Bitte schön!

Elegant

Zwei Hamburger dachten sich 1997: Hamburger Schule? Voll scheiße, das können wir besser! Recht hatten sie. Man gründete die Gruppe Elegant und veröffentlichte eine 7″ und ein Mini-Album mit wunderschönem Twee Pop und leider sonst nichts mehr. Das Album ist relativ schwer zu bekommen, aber ich hab’s dann doch irgendwann geschafft, und hier ist es jetzt: „Variationen in lässigem Chic“.

Hallo, Verfassungsschutz

Danke, sammelsurium.

Sechs kuriose Fakten über den lieben Autor dieser hübschen Einträge hier:

1. Während er dies schreibt, trinkt er alkoholfreies Bier.

2. Der junge Mann hat niemals lesen gelernt, sondern konnte es einfach pünktlich zur Einschulung. Er hat sich dann immer scheußlich gelangweilt, wenn alle anderen an „Moni spielt. Olaf spielt“ verzweifelt sind, woraufhin er schnell anfing, allen möglichen Fantasy-Schund und Krimis in sich hinein zu stopfen. Deshalb ist der kommende Superstar der Literaturszene heute noch davon überzeugt, daß in tollen großen Wäldern Elfen und Trolle und so wohnen.

3. Er war zudem ein Mitglied der kleinen, aber außergewöhnlich feinen CompuServe-Community Mitte der 90er, die leider dann mit der Übernahme durch AOL und dem Aufkommen des World Wide Webs komplett den Bach heruntergegangen ist. „Das waren noch Zeiten damals! Viel besser als Web 2.0!“, wird der pickelige Brillenträger zitiert.

4. Etwa zehn Jahre seines Lebens bediente das musikalische Multitalent das Blechblasinstrument Bariton in einem Blasorchester und verdiente sich ein nicht unbeträchtliches Zubrot damit, als Mitglied eines Blechbläser-Quartetts auf Weihnachtsmärkten, Hochzeiten und ähnlichem Schmu aufzutreten.

5. Er möchte Kinder haben, denn „Kinder sind knorke“, so der sympathische und außergewöhnlich adrette Punkrocker.

6. Er haßt darüber hinaus Web2.0-Fetischismus, ist aber tolerant gegenüber Fetischistinnen und Fetischisten.

Das Stöckchen bekommt Herr Weltenkotzer zugeworfen. Fang, Hasso, Fang!

Leserbrief

he tenpounds
du armes würstchen -
wenn ich deine zeilen lese muss ich kotzen
meine ganze tastatur ist voller erbrochenem.
wirf dein notebook aus dem fenster – du null.
dein blog stink nach scheisse.
hier furzen nicht mal mehr ratten rein.
du schwachmat – dir hat doch jemand ins hirn gepisst.
du denkst das du voll der literat bist.
du meist du hast es raus, nix da.
ruf deine freunde an und quatsch die voll.
zum kotzen. du nase.

(anonymer Kamerad aus Baden-Württemberg)

Prost!

und dieser typ bezahlt die runde,
bevor ich was getrunken hab,
das glas ganz leer, bleib ich hier stehn,
wartend auf mein feuchtes grab.

wer war der typ, und wer war der gott, und vor allem: wo war das bier?
der typ weg, vielleicht bei gott, ich bleib hier! prost!
wenn das geld noch reicht, dann: fühlt euch eingeladen!

(aus: Anatol, „Kiezspot“)