Archiv für Februar 2008

Aber warum ein Heineken?

Ja.

Männerklo

Diese Homophobie, die habe ich ja komplett abgelegt. Aber, in diesen real existierenden Verhältnissen, wenn dir da so ein… HOMOSEXUELLER an den Hintern packt, dann hat der AUF DIE FRESSE verdient! Genau wie ein Kapitalist, der sagt: „Ich bin besser als du.“(…)

Eine Straße, viele Bäume

Eine Reise wert ist Wuppertal, weil man sich dort über die quietschenden Geräusche der Schwebebahn lustig machen kann. Wie laut das ist! Aber erstmal muss man hinkommen. Ich nahm die S-Bahn der Linie 9, musste aber 40 Min. auf sie warten und bekam dann eine Ersatzbahn ohne Durchgänge zwischen den Waggons und ohne Toiletten angeboten – ein Angebot, das niemand ausschlagen kann, der es noch zeitig zum Regionalligaspitzenspiel zwischen dem Wuppertaler SV und dem großartigen Rot-Weiß Ahlen schaffen möchte. Gehetzt erreiche ich das malerische Stadion am Zoo, noch gehetzter eile ich zum Bierstand, mit einem Übermaß an Gehetztheit suche ich nach dem Preisschild für Bier, aber das gibt es nicht. Ich stehe geschlagene drei Minuten stumm vor den beiden beschäftigungslosen Damen in dem kleinen Wagen, aber es ändert sich nichts: da steht nichts von Bier. Konsterniert mache ich mich an den Aufstieg zum Gästeblock, bemerke oben angekommen, dass ich Durst habe, steige wieder hinab und bestelle „Bier“ – kredenzt wird mir „Warsteiner alkoholfrei“. Es löscht den Durst, sonst aber nichts. Eine Heldentat für die Sicherheit: die etwa 20 Ahlener Ultras unter den etwa 200 Gästefans, ansonsten überall für ihre Gewaltbereitschaft gefürchtet (haha), werden friedlich bleiben.

Das Spiel beginnt, wir sind klar überlegen, der Tabellenführer spielt ängstlich, quasi ohne Abwehr und lädt uns zu massenhaft Chancen ein. Leider wird nur eine davon genutzt, also bleibt es spannend; in der Halbzeit macht sich dann der Stadionsprecher lächerlich, indem er einen gewissen „Kevin Klaus“ zum Torwandgott hochsterilisiert, der allerdings dann mit 0 Punkten kläglich gegen einen Ahlener Fan verliert. Tagespreis: fünf Liter Warsteiner. Kurz überlege ich, den Rasen zu stürmen, die Riesendose an mich zu reißen und unter diabolischem Lachen so viel wie möglich davon in meinen Rachen zu kippen, nehme dann aber davon Abstand und freue mich still auf die zweite Hälfte. Die beginnt mit großem Zittern, denn der WSV macht jetzt Druck, kurz ist keine Linie mehr bei uns zu erkennen, und ich sehe uns schon mit einem mickrigen Punkt oder gar nichts nach Hause fahren, da läuft Martin Stahlberg durch und kann nur noch vom letzten Mann durch ein Foul gestoppt werden. Bundesligaschiedsrichter Rafati will erst gelb zücken, hört dann aber mein empörtes „ROOOOT! ROOOOT! NOTBREMSE!“ und schickt den Sünder vom Platz. Der Freistoß, getreten von Phillip Heithölter („Der Heithölter, oh nein! Der kann das doch nicht!“ sagen die Rentner um mich herum), landet mit perfekter Flugbahn im Tor, ich bin vor Freude außer mir, der Sack ist zu, das packen die Wuppertaler nicht mehr. Daniel Chitsulo, unser neuer Stürmer, und Lars Toborg, unser Kapitän und bester Torjäger der gesamten Liga, sorgen für den 0:4-Endstand, und Kevin Großkreutz lässt es sich nach 90 Min. Kampf nicht nehmen, die Baustelle zum Gästeblock und den Sicherheitszaun hochzuklettern, um das allseits beliebte „Humba scheiß Preußen Münster“-Ritual abzuziehen. Ein schönes Spiel.

Jetzt aber schnell zum nächsten Kiosk! Warsteiner. Ich hasse Warsteiner. Es ist sehr teuer, ich kaufe zwei Flaschen. Angekommen an der S-Bahn-Haltestelle bemerke ich, dass die Deutsche Bahn es immer noch nicht geschafft hat, ihr Problem auf dieser Linie zu lösen, so dass erneut eine Bahn ausfällt und der Ersatzzzug anjuckelt – mit Bier in der Blase und ohne Klo im Zug ist selbst der malerische Ritt von Wuppertal nach Essen an gemütlichen Dörfern und der Ruhr vorbei kein großer Spaß, aber schließlich bin ich dann doch zu Hause, Sportschau läuft, Bier ist da, und was will man eigentlich mehr.

Für mehr Politikverdrossenheit!

Wie ein Furunkel wuchern sie auf blogsport.de: nein, nicht nur „antideutsche“ Identitätskrüppel, die, frei nach Wiglaf Drostes Knittelvers „Identität, Identität / wem keiner mehr steht, dem steht Identität“ schon ausgesprochen früh vergreist, stolz präsentieren, dass sie Israel- und USA-Fähnchen (zum Angeben) sowie Adornos Groschenheftchen „Minima Moralia“ (zum Essen verzieren – oder war es umgekehrt?) immer mit sich herumschleppen, auch grüne Jugendliche haben den beliebten linken Bloghoster für sich entdeckt und präsentieren ihre revolutionären politischen Ziele:

Ich habe mir fest vorgenommen dieses Jahr eines meiner politischen Ziele zu verwirklichen: ich will, dass die GRÜNE JUGEND und die GRÜNEN sich für ein Wahlalter Null aussprechen. Ich bereite jetzt schon Anträge für die Mitgliederversammlungen bzw. Delegiertenversammlungen vor.

Haben diese Jugendlichen von heute nichts Vernünftiges mehr zu tun? Herumhuren, diverse Alkoholika ausprobieren, das „Kapital“ lesen – wo sind sie hin, die Vergnüglichkeiten einer sorgenfreien Jugend? Heute gibt man sich offenbar Staatsfetischen hin, hält das Schwenken diverser Nationalfahnen bei demokratischen Demonstrationen gegen Neonazis für „linksradikal“ oder tritt in Parteien ein und kämpft darin ein ganzes Jahr darum, dass diese Partei wiederum irgendwann mal darum kämpft, das Wahlalter auf 0 zu senken, auf dass auch das Neugeborene von nebenan demnächst bestimmen darf, von wem es auf seinem Weg zum „mündigen Staatsbürger“ gegängelt, in Zwänge gepresst, sprich: beherrscht wird. Wie sinnvoll! Wie demokratisch! Ich kotze.

Es bleibt dabei: was wir brauchen, ist nicht weniger, sondern mehr Politikverdrossenheit!

Die Rentnerkriminalität nimmt ungeahnte Ausmaße an

Nach dem ersten erschreckenden Report über die zunehmende Seniorenkriminalität in Deutschland bei Titanic hat jetzt auch das andere große Boulevardmagazin Deutschlands, „Bild“, die Zeichen der Zeit erkannt und berichtet schonungslos über die graue Gefahr: Johann S. (64) „zieht dem Studenten mit einer kreisförmigen Bewegung die Klinge seines Schweizer Taschenmessers durch Gesicht!“ Aber warum? Das Erklärungsmuster ist typisch für deutsche Rentner: „Nur auf diese Art kann ich mir Respekt verschaffen“ sagt der senile Gewalttäter, veraltete (!) Ideologien von Ehre und Respekt affirmierend. Es wird Zeit, die Anregungen des in „Titanic“ zur Wort gekommenen Altertumsforschers Prof. Dr. Derek Scholz von der Universität Hof (71) aufzugreifen: „Wer nicht hören kann, muß fühlen. Spätestens nach dem dritten Vorfall gehören straffällige Senioren dahin, wo sie keinen Schaden anrichten können: in die Programmkommission des ZDF oder die Ressortleiterkonferenz der Zeit.“ Deutschland kommt nicht zur Ruhe.