Archiv für April 2008

Kotzen

Frühmorgens aus dem Bett geworfen. Tag im Arsch. Frau erklärt mir, Unterlagen fehlen. Tag kriecht tief hinein in den Arsch. Unterlagen beim Öffnen des Umschlags verloren gegangen. Umschläge fehlen. Tag feiert Party im Arsch. Würgereiz. Tagesplan ergänzt: achtzehn Umschläge kaufen, siebzehn davon beschriften und frankieren. Unterlage nachreichen. Unterlage für Kotze nicht da. Ich: HASS.

Dabei war es gestern abend noch so schön. I Am A Cyborg, But That’s OK geguckt, ein außergewöhnlicher Liebesfilm. Und jetzt wieder sowas. Da draußen scheint die Sonne, ich glaube, sie lacht mich aus. Einen Umschlag, den, in den die anderen hinein kommen, den werde ich ganz böse beschriften. Ich werde es denen schon zeigen!

Haha

Hahaha.
Hahahahahahaha
Hahahaha
Hahahahahahahahahahahahaha.

Die Muselmanen stehen vorm Garten

Dass der Musel Wien schon lange hinter sich gelassen hat, scheint sich ja mittlerweile selbst in die tiefste Provinz herumgesprochen zu haben; so auch in diejenige, in der meine Eltern leben. Das Wohngebiet ist klein und gemütlich, ein idealer Ort, um ganz normale Deutsche großzuziehen, aber wehe, diese Idylle wird gestört von außen: vor einiger Zeit war es der rüstige Frührentner K., der es nicht ertragen konnte, dass in das von langjährigen Bekannten plötzlich verlassene Nachbarhaus eine Araberfamilie eingezogen ist. Da er viel Zeit und viel Energie hat, tat er das, was er am besten kann: stänkern, und zwar nicht nur verbal, sondern in Form einer Unterschriftenliste gegen das Muselpack in seiner Nachbarschaft. Den Mann kenne ich von früher. Er kam mal sturzbetrunken zu uns in die Dorfkneipe, an den Tisch, an dem u.a. sein Sohn saß, und hieb diesem auf den Rücken: „Naaaaaa, du alter Ziegenbock!?“, schrie er ihn an und begab sich an den Tresen. Wir lachten alle, nur der Sohn schaute etwas betreten drein, aber nun ja, da muss man durch, das muss man ertragen.

Genau wie die Anwesenheit des Nachbars zur Linken. Da meine Eltern ihren Garten erneuern lassen wollten, hatten sie sich vor einigen Monaten an eine deutsche Gartenbaufirma aus der Nachbarstadt gewandt, die ihnen empfohlen worden war. Nach dem Kostenvoranschlag meldete sich diese nicht mehr, Anrufe wurden abgewimmelt, selbst lautstarke Beschwerden brachten nichts. Entnervt wandte man sich an eine Muselfirma, Türken aus dem Osten der Stadt, und binnen zwei Wochen war alles klar und der Vorgarten fertig. Bei der Durchführung dieser Arbeit wurde der komplett gepflasterte „Vorgarten“ des bereits erwähnten Nachbars zur Linken notwendigerweise mit einem kleinen Bagger touchiert, und der Mann stürmte raus, denn er ist pensionierter General und muss sein Land noch immer verteidigen: das gehe doch nicht, das gehe zu weit, 8000 Euro habe die (schlecht gearbeitete und ausgesprochen unansehnliche) Pflasterung gekostet, da müsse man eben anderes Gerät benutzen, damit so etwas nicht passiert, und überhaupt, muss man denn erst eine Mauer mit Stacheldraht errichten, um sich gegen die Ausländer zu wehren?! Der Arbeiter, ein junger Türke, blieb ruhig: falls ein Schaden entstanden sein sollte, werde man ihn selbstverständlich reparieren. Dann arbeitete er weiter, den kochenden Nationalisten neben ihm ins Leere starren lassend.

Rassismus ist in Deutschland ganz normal und nicht nur da, sondern in jedem Staat. Menschlichkeit und Vernunft sind nicht jedem Menschen gegeben, deutschen Rentnern am seltensten. Und wenn man dann rausgeht, um die Vorzüge der Provinz zu genießen, sind sie wieder da und gehen auch spazieren. Dürfen die das? Hat diese Landschaft das verdient? Die gute Luft, sie atmen sie mir weg! Das Problem harrt einer Lösung, und ich denke, wir werden sie erleben.

Da kann man ja Angst kriegen

Wenn die Frauen sich auf ihre eigentliche Kraft und ihre Energien besinnen, wenn Sie endlich den Mut und die Lust haben, sich ihren Teil der gesellschaftlichen Macht zu holen, wenn sie sich dabei weder von Männern noch von radikalen Feministinnen, noch von ihrem eigenen Harmoniebedürfnis einschüchtern lassen, dann sind wir alle endlich da, wo wir hinmüssen – auf dem Weg zur echten Gleichberechtigung, zur wahren Demokratie.

(Klappentext von: Naomi Wolf: „Die Stärke der Frauen; gegen den falsch verstandenen Feminismus“, Droemer-Knaur 1996; gesehen im Frauenraum der Universität; Hervorhebungen von mir)

Samy

Sie wurden in einem DFB-Pokal-Spiel gegen den HSV im Volksparkstadion 90 Minuten lang mit Neger-raus-Rufen beschimpft. Sie gewannen mit Wattenscheid 2:1 und erzielten selbst ein Tor. Danach sagten Sie: „Nix Neger raus, der HSV ist raus!“

Suleyman Sané ist Ruhrpott. Fussballdaten.de hat ihn interviewt.

Von Girondis Bordeaux erhielten Sie vor ihrem Wechsel zu Wattenscheid sogar ein attraktives Angebot?

Ja, das stimmt. Ich bekam auch welche vom HSV und vom FC St. Pauli. Auch Uerdingen und Düsseldorf haben mal angefragt. Doch ich entschied mich für Wattenscheid.