Archiv für August 2009

5,0

Guten Morgen, tenpounds,

cool, dass du um kurz nach sechs aufgestanden bist, um ein Bier zu trinken und Oiro zu hören. Es schmeckt. Es schmeckt unglaublich gut, wer hätte das gedacht? Jetzt musst du dich nicht mehr im Bett langweilen, sondern kannst es auf einem Sessel vor dem Rechner tun. Natürlich schlafen alle noch, es sind Spießer. Du bist kein Spießer. Du bist der Typ, den alle fürchten, weil er ein komischer Kauz ist, den man aber auch ganz gut verarschen kann. Vielleicht ist fürchten das falsche Wort. Es ist alles sehr kompliziert, z. B. die Sache mit dem Tod, wir wollen hier nicht ins Detail gehen, sondern einen weiteren Schluck nehmen.

ein schlechter homie in der stadt / er sagt, er will den himmel sehen können / sein haus hat keine türen / und auch keine mauern / und das dach fehlt auch

Eiskalt ist es, kompliziert nun wirklich gar nicht. Ich klick dann mal auf Veröffentlichen.

Sie können es nicht früh genug lernen

Urlaubsstimmung

Ist Diffi gerade im Urlaub?

Ich nehme es an. Auch ich bin im Urlaub, aber mein Urlaub ist total scheiße, und ich habe überhaupt keine Lust darauf.

Wieder ein Buch und wieder ein Film – immer der gleiche Bus zur gleichen Arbeit – (wenn ich doch welche hätte!) – Recht, Recht, Recht, aber dann auf Faulheit! – Ich male auf ein Schild: 100% auf Tiernahrung! – Endlich kein Hunger mehr in der Welt – ob Menschen überhaupt etwas denken?

Keine Ahnung.

Und sonst so? Hmm. Magen oder so. Muss mal wieder kacken. Vor ein paar Tagen las ich in Chrismon, dem evangelischen Monatsmagazin, dass muslimische Kinder sich tief bücken müssen, weil das irgendwie so im Koran steht; es war der Aufmacher für einen Artikel von Necla Kelek. Außerdem lernte ich, dass Menschen ab einem gewissen Alter nicht mehr die Nächte durchfeiern oder in Brunnen herumtanzen können, ohne dadurch schwere gesundheitliche Schäden zu riskieren. Jawohl, dachte ich, endlich versteht mich mal jemand! Dann las ich weiter: es ging um 40-50jährige. Dabei fühlte ich mich die letzten Monate eher wie 13. Nun bin ich wieder bei 65.

Steht mir vielleicht auch einfach besser. Das hat sich alles in mir so… verfestigt. Was soll’s. Egal. Kacken.

Tot überm Zaun in Wattenscheid

Wolfgang Wendland, seines Zeichens Aktionskünstler der Musikgruppe Die Kassierer, kandidiert für die Bezirksvertretung Wattenscheid auf der Liste der Linken. Genosse Diffi hat den Irrsinn, der die dazugehörige Internetseite ausmacht, bereits recht anschaulich dargestellt. Hat Wendland sich gedacht: das ist so bekloppt, da bin ich dabei? Wohl eher nicht: wenn der Mann sich nicht gerade auf der Bühne auszieht und dort seine Notdurft verrichtet, ist er ein seriöser Kommunalpolitiker sowie „Mediengestalter, Filmemacher, Musiker“, dem sein Anliegen – ein Kulturzentrum für Wattenscheid – eben so wichtig ist, dass er nun gemeinsame Sache mit der Linken macht. Ob’s was bringt?

Übrigens, liebe Linke: wieso vererbt sich Armut nicht mehr, wenn „Bildung von der Kita bis zur Uni“ kostenfrei ist? Und ist Armut okay, wenn sie sich nicht mehr vererbt? Glaubt ihr wirklich ernsthaft, im Kapitalismus Armut abschaffen zu können – durch kostenfreie Bildung? Die Grünen sind da ehrlicher: eines ihrer Dortmunder Plakate zeigt ein kleines Mädchen, das traurig in die Kamera schaut, darüber der Satz: „Habe gleich Mathe, Englisch, Hunger.“ Als Wahlkampfslogan dazu schreiben Die Grünen: „Zeit für eine warme Mahlzeit. Zeit für Grün.“ Das ist Kapitulation und damit beinahe wieder sympathisch, wenn man nicht wüsste, dass diese Partei es wirklich ernst meint und über eine Gesellschaft, die täglich „Mathe, Englisch, Hunger“ für viele Kinder garantiert, seit vielen Jahren gar nicht mehr hinaus denken möchte, sondern „eine warme Mahlzeit“, am besten aus der Bio-Küche, tatsächlich als Endziel, als das höchste der Gefühle, ansieht: Reformismus in seiner widerlichsten Form, der biologisch-ökologisch-grünalternativen mit eingebautem Tränendrüsendruck nämlich. Weitere Worte über Die Grünen zu verlieren wäre nutzlos, hat doch der große Übersetzer und Rezitator Harry Rowohlt bereits alles nötige dazu in einem Satz zusammengefasst:

Lieber hänge ich tot über einem Zaun im Kosovo, als daß ich auch nur eine Sekunde lang die Grünen unterstütze.

In diesem Sinne: Rot Front!

Driven – to the ULTIMATE!

Nach diesem Auto konnte es keine anderen geben… und dennoch wurden sie produziert: das Elend auf deutschen Straßen.