Oppressive Sounds 2.0

Als ich noch klein war, erstellte ich mit Hilfe des Doppel-CD-Rekorders meines Vaters einen traurigen Sampler voller trauriger Musik über traurige Ereignisse wie z.B. wenn man total verliebt ist, das aber einfach nicht klappen will, oder wie wenn man einen Doppel-CD-Rekorder erfindet und dann feststellen muss, dass das angesichts von CD-Rom-Laufwerken und MP3 eigentlich totaler Quatsch ist. Das ist bedrückend. Ich nannte den Sampler Oppressive Sounds, nach der Zeile Oppressive sounds inspired me aus dem Lied Scared von Autumnblaze. Denn so war es: bedrückende Klänge inspirierten mich. Ich schrieb Gedichte. Keines dieser Gedichte werde ich hier und heute referieren, und sie befinden sich auch bloß gut verschlüsselt auf meiner Festplatte, denn gut verschlüsseln sollte man ja heute alles, weshalb es auch jeder macht, der nicht zu faul dazu ist, und das ist auch gut so. Doch wer kennt sie nicht, die grauenhafte Vorstellung, eines Tages aufzuwachen und die Passwörter nicht mehr zu wissen? Daher stehen sie auf einem Stück Papier. Doch wer kennt sie nicht, die grauenhafte Vorstellung, eines Tages das Stück Papier in die falschen Hände geraten zu sehen? Daher ist das Stück Papier besonders unauffällig. Doch wer kennt sie nicht, die grauenhafte Vorstellung, das unauffällige Stück Papier so unauffällig gestaltet zu haben, dass man schon gar nicht mehr weiß, wo es sich befindet? Ich. Ich habe meines nämlich schon verloren. Es war die Verpackung eines Kondoms. Ich brauche keine Kondome. Womit wir wieder beim Thema wären!

Den entsprechenden Sampler habe ich neulich wieder herausgekramt und fand ihn eigentlich sehr gut, vor allem den Anfang, und wenigstens den sollte sich gleich jeder anhören, ob Liebeskummer oder nicht. Wer aber Liebeskummer hat – und ich glaube, das sind einige! –, der kann gerne weiter hören, denn ich habe zwar die Stimmung beibehalten, aber ganz schön was dran verändert, Lieder ausgetauscht und die Übergänge verbessert. Habt keine Angst vor Kitsch und Heavy Metal! Aber es ist soviel Heavy Metal auch nicht darauf, es ist alles sehr ruhig und beschaulich und vor allem traurig. Es ist auch gerade Oktober: gut.

Bitteschön:


01. EverEve – Dedications
02. Nagelfar – Seelenland
03. Empyrium – The franconian woods in winter’s silence
04. Paragon Of Beauty – After Dark Vapours Have Oppressed Our Plains
05. Lacrimosa – Tränen der Sehnsucht (part I & II)
06. Drawn – Marygold
07. In The Woods… – Vanish In The Absence Of Virtue
08. Dreadful Shadows – Craving
09. Anathema – The Beloved
10. My Dying Bride – Sear Me III
11. Sonne Hagal – Song Of Innocence
12. Hekate – Dos Kelbl
13. Forseti – Sterne
14. Autumnblaze – …and we fall
15. Hagalaz‘ Runedance – Alva


5 Antworten auf „Oppressive Sounds 2.0“


  1. 1 tee 02. Oktober 2009 um 20:35 Uhr

    kein blümchen :(

  2. 2 tenpounds 02. Oktober 2009 um 21:25 Uhr

    Hätte auch drauf gepasst, als Bonustrack.

  3. 3 tee 02. Oktober 2009 um 22:10 Uhr

    mach einfach eine bonus-cd!

    ach, ich denke ich hab einfach angst vor kitsch und heavy metal. aber dafür auch schon lange kein portishead mehr gehört :)

  4. 4 tenpounds 02. Oktober 2009 um 23:42 Uhr

    Da sind nur zwei Metal-Lieder bei. Und der Anfang, also so die ersten zwei-drei Minuten, da bin ich echt stolz drauf! Pah!

  5. 5 different 03. Oktober 2009 um 15:30 Uhr

    Schöner Text, über die Musik kann ich mich noch nicht äußern. Aber pass auf, dass du dir keinen Ärger einhandelst wegen „Raupkopierer sind Verbrecher“ und so.

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