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We are but lovers

Damn, this place makes a boy out of me
The rain beats my face by the count of three

(Editors, The Boxer)

Ich habe mich nie wie 65 gefühlt, immer wie 15. Ich habe nie das Leben gehasst, immer die Fesseln, die mich hielten; das Geplapper, das Gewühle, das Unverständnis, wenn ich deshalb wütend wurde. Ich habe nie die Kälte gewollt, immer die Wärme. Ich habe nie gewollt, dass die Flaschen fliegen und es unter meinen Füßen knirscht, wenn ich den Boden betrete. Ich habe immer gewollt, dass die Freunde siegen, und ich habe gehasst, dass ich sie nie verstand.

Muss wohl erwachsen werden.

What’s important

So sing for every buried moment that you’d thought would never end.
And sing your fears about the future; and a dirge for faded friends.
For all the love that you had held to, why it somehow failed to keep.
And sing each minute you’ve been frightened; every hour that you’ve lost sleep.
And sing for all your friends and family; sing for those who didn’t survive.
But sing not for their final outcome; sing a song of how they tried.
We live amidst a violent storm; leaves us unsatisfied at best,
So fill your heart with what’s important, and be done with all the rest.

(La Dispute, The Last Lost Continent)

Während der ganz normale Wahnsinn mir zwischen die Schulterblätter kriecht und will, dass ich an ihm teilhabe, ist der November längst in mir drin, und es fühlt sich beizeiten so an, als wolle er möglichst schnell wieder raus. Daneben findet sich doch tatsächlich endlich eine Hardcore-Band, die sowohl textlich als auch musikalisch ausgezeichnet ist: La Dispute; unbedingt hören!

Das bin ich:


(von hier – schön, schön!)

Vielleicht demnächst mehr.

Oppressive Sounds 2.0

Als ich noch klein war, erstellte ich mit Hilfe des Doppel-CD-Rekorders meines Vaters einen traurigen Sampler voller trauriger Musik über traurige Ereignisse wie z.B. wenn man total verliebt ist, das aber einfach nicht klappen will, oder wie wenn man einen Doppel-CD-Rekorder erfindet und dann feststellen muss, dass das angesichts von CD-Rom-Laufwerken und MP3 eigentlich totaler Quatsch ist. Das ist bedrückend. Ich nannte den Sampler Oppressive Sounds, nach der Zeile Oppressive sounds inspired me aus dem Lied Scared von Autumnblaze. Denn so war es: bedrückende Klänge inspirierten mich. Ich schrieb Gedichte. Keines dieser Gedichte werde ich hier und heute referieren, und sie befinden sich auch bloß gut verschlüsselt auf meiner Festplatte, denn gut verschlüsseln sollte man ja heute alles, weshalb es auch jeder macht, der nicht zu faul dazu ist, und das ist auch gut so. Doch wer kennt sie nicht, die grauenhafte Vorstellung, eines Tages aufzuwachen und die Passwörter nicht mehr zu wissen? Daher stehen sie auf einem Stück Papier. Doch wer kennt sie nicht, die grauenhafte Vorstellung, eines Tages das Stück Papier in die falschen Hände geraten zu sehen? Daher ist das Stück Papier besonders unauffällig. Doch wer kennt sie nicht, die grauenhafte Vorstellung, das unauffällige Stück Papier so unauffällig gestaltet zu haben, dass man schon gar nicht mehr weiß, wo es sich befindet? Ich. Ich habe meines nämlich schon verloren. Es war die Verpackung eines Kondoms. Ich brauche keine Kondome. Womit wir wieder beim Thema wären!

Den entsprechenden Sampler habe ich neulich wieder herausgekramt und fand ihn eigentlich sehr gut, vor allem den Anfang, und wenigstens den sollte sich gleich jeder anhören, ob Liebeskummer oder nicht. Wer aber Liebeskummer hat – und ich glaube, das sind einige! –, der kann gerne weiter hören, denn ich habe zwar die Stimmung beibehalten, aber ganz schön was dran verändert, Lieder ausgetauscht und die Übergänge verbessert. Habt keine Angst vor Kitsch und Heavy Metal! Aber es ist soviel Heavy Metal auch nicht darauf, es ist alles sehr ruhig und beschaulich und vor allem traurig. Es ist auch gerade Oktober: gut.

Bitteschön:

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Nur so

Bloggen, aus Freude, weil das Leben schön ist.

Regierung bis zum Schicksalstag.

Bullen mit MP am Hauptbahnhof, die einen verwirrten alten Mann eskortieren, Richtung Ausgang, nachts.

Coming-Out-Literatur im Deutschunterricht.

This evening´s too quiet oh we need a real riot
to shake and to break and to bite like a snake.
We´re stuck in this attic so bored and so static,
tomorrow they´ll ask us to throw off our masks.

„Und wen findet ihr gut?“ – „Geh mal ruhig weiter, du Schwuchtel, oder du kriegst ordentlich aufs Maul!“

Jugendschutz.

Große Augen mit Verachtung, ein Reifen vor den Füßen; Balance auf dem Rinnstein, die Blicke streng nach oben.

Das gute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen.