In einem SPIEGEL-Artikel mit dem klangvollen Namen „So werden Mädchen zu Nazi-Bräuten“ heißt es:

Eine Theorie besagt sogar, dass mehr Frauen als Männer rechte Ideologien pflegen

Da frage ich doch: wie machen die das? Streicheln die den Ideologien über den Kopf, zärtlich? Sagen sie „gutz-gutzi“ zu ihnen? Und warum?

…- weil sie sich damit härter, stärker machen wollen, als sie tatsächlich sind.

Ach, Unsinn. Frauen sind einfach genau solche Spacken wie andere Menschen auch. Das weiß auch der SPIEGEL und fragt deshalb, investigativ nach dem Pulitzer-Preis haschend:

Tragen sie nicht Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel?

Wer schon einmal Frauen mit „Glatze, Bomberjacke und Springerstiefel“ gesehen hat, bitte aufzeigen! Ah, ich sehe da eine freundliche Leserin in der letzten Reihe, die aufzeigt. „Du sexistisches Arschloch“, sagt sie, „selbstverständlich liegt der Trend, daß mehr Mädchen rechtsextrem werden, an der Tatsache, daß diese Gesellschaft eine strukturell sexistische ist und Mädchen deshalb sich kulturelle Objekte suchen, an denen sie Stärke demonstrieren können, Stärke, die ihnen von dem männerdominierten Normalzustand abgesprochen wird. Und überhaupt, was soll die Scheiße mit dem Über-denKopf-Streicheln?“ Das ist putzig, denke ich, und streichele der Dame über den Kopf. Daraufhin kriege ich eine geballert, falle um, und im Fallen kommt mir ein Gedanke: hoffentlich sieht die Krankenschwester geil aus.

Im Krankenhaus wache ich auf und verlange nach dem SPIEGEL. Wütend verfasse ich einen Leserbrief, gebe ihn der Krankenschwester, die kurz vor der Pensionierung steht und noch nie im Leben die Sonne gesehen hat, und reibe mir in erwartungsfroher Gehässigkeit die Hände. Danach reibe ich etwas anderes. Als im nächsten Monat der SPIEGEL erscheint, muß ich feststellen, daß mein Leserbrief nicht abgedruckt wurde und kaufe mir reumütig ein Bier. Die Frau im Kiosk erkenne ich wieder: es ist die Dame von meiner Lesung! Wir erkennen uns, lächeln schüchtern uns an, küssen uns, schlafen miteinander und bekommen vier quietschfidele Kinder. Wie schön doch das Leben ist!

Natürlich habe ich das alles nur geträumt. In Wahrheit nehme ich gleich meine Fertigpizza, die ich mir vor kurzem gekauft habe, zusammen mit sechs Flaschen Bier, einer Flasche Whiskey und sieben Bananen, aus dem Backofen, mampfe sie genießerisch in mich hinein, freue mich, daß ich so ein toller Hecht bin und sehe entweder fern oder schreibe weiterhin Unsinn im Internet. Ist das Leben nicht schön?