Mein Arzt hat mir ja so Pillen verschrieben, die angeblich auch antriebssteigernd wirken sollen. Lüge! Anstatt in wildem Eifer eine Hausaufgabe für die Universität nach der anderen zu erledigen, erwischte ich mich nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme dabei, sehr zufrieden damit zu sein, den ganzen Tag im Sessel zu liegen und den Wolken bei ihrer Arbeit zuzusehen. Die eigentlich keine Arbeit ist, jedenfalls kriegen sie ja keinen Lohn dafür! Wie dem auch sei: diese Wolken also fliegen da so einfach am Himmel umher, immer von rechts nach links oder von links nach rechts, und da kommt einfach nichts vernünftiges bei rum, höchstens ein bißchen Regen.

Neulich habe ich mich, weil es geregnet hat, in die fette Familienkutsche gesetzt, um einen in der Nähe wohnenden Freund zu besuchen, und zerstörte flugs die gerade für horrende Summen frisch angebrachte Karosserie. Schön war das nicht! Das Jahr sollte nicht so beginnen, nein nein, nicht so. Es sollte vielmehr mit Konfettiregen, Whiskeyflaschen und einer gepflegten Partie Gruppensex beginnen, wenn Sie mich fragen. Ach so, Sie fragen mich nicht? Dann kann ich Ihnen auch nicht helfen. Jedenfalls, wenn mein Jahr mal irgendwann so beginnt: bingo! Dann kann ich mich zur Ruhe setzen und den ganzen Tag Pfefferminzschokolade in mich hinein stopfen.

Pfefferminzschokolade gebürt der schönste Platz am funkelnden Firmament der Schokoladensorten. Sie tröstet an so manchem unschönen Tag über beinahe alles hinweg, und an schönen Tagen macht sie alles noch schöner. Keine andere Schokolade kann das von sich behaupten, behaupte ich, deshalb: preiset die Minze! Preiset sie! Leider war keine Pfefferminzschokolade zur Hand, als ich, meinen Kopf vor Ungemach reibend, den Schaden, den ich angerichtet hatte, begutachtete. Zum Glück reagierte mein Vater verständnisvoll: er schlug die Hände über dem Kopf zusammen, rief „Wie konntest du nur?“ und begann augenblicklich darüber nachzudenken, wie er das der Versicherung dahingehend beibringt, daß sie ihm die Reperatur bezahlt. Leider ist bis heute kein Reh in den Wagen reingerannt, aber was nicht ist, kann ja noch werden, sagen dumme Berufsoptimisten immer, die ich im Grunde verachte. Wer beruflich Optimist wird, hat auf dieser Erde nichts verloren. Da bin ich rigoros. Lieber Scheibenwischanlagenputzer. Oder Metzger.

Hier um die Ecke ist ein solcher, in dessen Schaufenster stehen glückliche Plastikschweine. Deren Anblick ertrage ich für gewöhnlich etwa eine halbe Sekunde, dann wird mir schlecht, und ich haste weiter zum Kiosk, um Bier zu kaufen. Wie man Kinder so verarschen kann, das ist mir völlig schleierhaft und ein ekelhaftes, zynisches Verbrechen. So! Hat doch etwas gedauert mit der Antriebssteigerung, aber jetzt ist sie da, und heraus kommen Bierdurst und solche Texte.