Der Ausgangspunkt ist das Zimmer, die Sonne scheint hinein, reißt so Fetzen raus aus dir, die du liebgewonnen hast, und du reißt das Fenster auf, denn alles muss raus, was keine Miete zahlt. Liebgewonnen hast du noch ganz andere Dinge, und an die denkst du jetzt, während du dir die Stiefel schnürst und die Jacke überziehst. Dann schlägt dein Herz schneller, und Adrenalin wird ausgeschüttet, wohin eigentlich, fragst du dich und hast dein Fahrrad erreicht, und plötzlich bist du draußen und erkennst das Leben, nun ja, einen Teil davon, den sonnigen halt. Manche nennen das Frühlingsgefühl.

Das Bangen und Warten hat niemals ein Ende, denkst du dir, wie sollte es auch, das ist das Leben, na ja, ein Teil davon, ein blöder. Du fährst die Route ab, minimale Veränderungen immer wieder, du genießt die Frühlingsluft, und die Sonne wird mit jeder Minute cooler. So funktioniert das, denkst du, Bangen und Warten okay, aber sobald du die gelbe Sau in dein Leben lässt, ist das plötzlich egal, na ja, ein bisschen egaler jedenfalls, und dann kriegst du sogar Hoffnung. Es sind ja auch schon Sachen passiert, die du dir erhofft hattest, denkst du, wieso also nicht hoffen, dass du damit am Ende eh auf die Schnauze fliegst, wie sonst auch immer: egal. Hast du wenigstens was zu erzählen. Jetzt kommt’s.

Niemand da. Enttäuschung, ein bisschen Erleichterung, das ist das Leben, Typ, okay, ein Teil davon. Ah, die Zweifel. Gehört irgendwie alles dazu, nicht wahr? Noch ne Runde drehen, das Leben ganz in dich aufnehmen, jeden Tag Leben, Mann, ist das anstrengend, es geht dir auf den Sack, kann man denn nicht mal Pause machen? Selbst nachts träumst du schon vom Leben, aber das ist cool, das sind Sachen, die ganz sicher in deinem Kopf sind und da auch nicht raus können und die Spaß machen, wenn du dich dabei in deine Schnuffeldecke klammerst. Schade, dass du sie immer so schnell vergisst hinterher.

Nach der zweiten Runde fühlst du dich gut genug, um den Abend zu überstehen, und die Hoffnung ist ja eh immer da, die haut sich einen rein zusammen mit der Angst und den Zweifeln und der Unsicherheit, die merkt gar nicht, dass die anderen sie scheiße finden, und der Wirt schenkt fleißig nach, das ist sein Job, na ja, geht der eigentlich niemals schlafen? Manchmal kommen Leute vorbei, dann verzieht er sich in sein Hinterzimmer und zockt ne runde Poker mit denen, dann macht er Pause von der Arbeit, das hat er sich verdient, er hofft nur, dass sie ihn nie dabei erwischen, aber er ist sich nicht einmal sicher, wer sie sind, also denkt er sich: was soll’s, denkt er sich, pokern wir halt ne Runde. Und du sagst: wieso nicht, wo sind die Gäste. Zurück zum Ausgangspunkt!