Kein Feuer erstrahlt mehr am Horizont, während die Flutwelle sich über die Wolken schiebt. Das Herz klopft, irgendwann hat es vergessen, wie das geht, auch einfach mal die Schnauze zu halten. Im Hinterkopf hast du die Worte deines Klassenlehrers, der irgendwas von Vernunft und Aufklärung und großen Taten erzählt. Wenn der wüßte. Du schmeißt die Kiste an, die du seit Jahren fährst, und sie brummt wie immer und verliert Öl. Manche Menschen, die dir begegnen, halten sich die Nase zu. Ein kurzer Blick in den Rückspiegel: sie sind immer noch da. Ich glaube nicht mehr an die Zukunft, sagt ein Mann im Radio, und du fragst dich, ob der das wohl beruflich macht.

Gas geben. Wie immer, wenn du diesen Begriff in deinem Kopf spazieren fährst, mußt du an Gaskammern denken; ein Bier wäre jetzt gut. Im Handschuhfach liegt eine halbe Flasche Whiskey, der gute aus dem Supermarkt, na also, Deckel ab und rein damit. Du gibst mehr Gas, und im Rückspiegel wird alles immer schneller immer kleiner. So muß das sein, denkst du dir, so muß das sein, genau so – alles immer kleiner werden, bis nichts mehr da ist, genau so muß das sein – und nicht so, wie es jetzt passiert, mit Feuer und Wasser und all diesem Schmonz.

Vorne rechts kommt eine Tankstelle, dahinter ist nur Wüste. Zeit, Nachschub zu holen, denkst du, und steuerst deinen Wagen auf den Platz. Eine hübsche Brünette mit gewaltiger Oberweite springt dir auf die Motorhaube, ach ne, das ist nur eine Zapfsäule, wär ja auch zu schön gewesen. Im Tankstellengeschäft findet gerade ein Überfall statt. Du wartest zehn Minuten, bis der Tankwart tot und der Räuber über alle Berge ist, betrittst den Laden und packst dir soviel Alkoholika wie möglich ein und auch ein bißchen was zu essen. Auch in der Auslage für Truckerbedarf bedienst du dich reichlich.

Der Wagen läuft weiter wie geschmiert, aber am Horizont wird es immer dunkler. Kein Grund zur Besorgnis, solange die Musik noch spielt und das Bier frisch ist, denkst du dir und drückst erneut auf die Tube. Am Straßenrand stehen ein paar Nutten, und du freust dich sehr, ihre Bekanntschaft zu machen. So einfach ist das, denkst du: drei Bier für die Nutten, das Gaspedal auf Anschlag, und die Welt kannst du vergessen. “Das war doch immer schon so, Schatz”, flüstert eine der Nutten dir ins Ohr, du schaust sie an, und dann landet ihr alle im Straßengraben, oder auch nicht, ist doch egal, Leute.