Der Junge schlendert über den Pflasterstein, über ihm gibt ein Schmetterling seiner Freundin den Laufpaß, und hinter den beiden lauert im Schatten ein messerwetzender Irrer, der heute noch rausgeht, um seine Frau zu ermorden. Das ist schön, denkt der Betrachter sich, denn der Junge weiß nicht, daß ich ihn liebe. Gleich wird er sich ein Kaugummi kaufen am Kiosk, er wird es kauen und ausspucken und dabei in der Sonne stehen, und das ausgespuckte Kaugummi bleibt später unter dem Schuh kleben, mit dem der Messerwetzer das Treppenhaus zu seiner Wohnung betritt. Es wird ihn stören, und während er es von der Schuhsohle entfernt, nur einen Meter von der Wohnungstür entfernt, wird diese geöffnet von der Frau, und die sieht ihn an, sieht ihn zum ersten Mal seit langem, seit einem Jahr vielleicht, und sie sieht auch, daß er ein Messer dabei hat. Sie weiß, was er möchte. Aber er bückt sich ja, um das Kaugummi von der Schuhsohle zu kratzen, und so kann die Frau ihn mit einer Bratpfanne erschlagen. Danach entfernt sie das Blut und kocht eine Buchstabensuppe für ihren Sohn, der der Junge ist, den der Betrachter liebt. Ein Glück, daß er in die Küche hinein schauen kann, wenn der Kleine die Suppe verzehrt! Die Buchstaben bilden, während der Junge lustlos in der Suppe herum rührt, kurz das Wort „Papa“.

Nein, wie kitschig, schimpft der Betrachter, der jetzt gerne dem Jungen über den Kopf streichen würde. Wie gut, daß das nicht geht, denkt er sich, wie gut, daß das nicht geht, und dann geht er weiter, und er sieht nichts mehr.