Hast du’s nicht gesehen, Kind, wie der Wirbelsturm über die Heide fährt und das Gras abknickt? Wie die Häuser daneben, vom Winde zerstört, ihre Dächer verlieren? Siehst du nicht, wie die Menschen vor Verzweiflung rennen, weil sie nicht wissen, wie weit sie gehen können mit ihrer Angst, und die Wahrheit, Kind, ist: nicht so weit! Sie sind zu spät, da kommt der Wind! Kind, warum stehst du noch hier?

Ich stehe, weil ich stehen kann.

Ich mag es dir ein letztes Mal sagen, dann müssen wir gehen: weg von hier. Siehst du nicht, wie das Meer sich aufbäumt, die Schiffe zerbersten, der Strand hinfort gespült wird? Ich sehe es! Du schaust mich an, so ruhig, und ich sage dir, da kommt schon wieder einer, schau, auch er läuft davon, siehst du die Spitzhacke in seiner Hand, das ist alles, was er übrig hat, Kind, alles, was er kriegen konnte; den Rest haben die anderen! Nichts bleibt bestehen – willst du das?

Ich will das.

Jetzt senkst du den Blick, warum, rede ich dir zuviel? Schau, da drüben sind ein Junge und ein Mädchen, auch sie wollen weg vom Wind, der ihnen auf den Fersen ist, schneller als jemals ein Mann gelaufen ist, aber warum gehen sie? Sie sollten laufen! So wie auch ich gleich laufen werde. Warum lächelst du, Kind? Was ist das für ein silbernes Band, da, zwischen deinen Fingern? Was für ein Gerät trägst du bei dir, welches Geheimnis verbirgst du vor mir? Ich gehe!

Geh doch. Wir drei lassen den Drachen steigen.